Design war immer meine Leidenschaft

Design war immer meine Leidenschaft

Mehr als ein Jahr dauerte das Großprojekt bis zur vollständigen Umsetzung: Interior Designerin Elena Bulygina richtete eine circa 600 Quadratmeter große Villa in der Nähe von Potsdam ein, die ein bekannter deutscher Architekt für eine Familie entworfen hatte. Bulygina begann bereits mit der Planung, als das Haus noch nicht einmal zur Hälfte fertig gebaut war. Es wurden zwei Etagen und ein Untergeschoss mit Schwimmingpool und Spa-Bereich. Bulygina hat den leeren Bau wohnlich gemacht, von den Steckdosen über die Beleuchtung und Badezimmerausstattung bis zur Einrichtung und schließlich den Wohnaccessoires. Das Paar wünschte sich mehr Gemütlichkeit in der modernen Villa. „Die Frau mag Antiquitäten, Gemälde und den italienischen Einrichtungsstil“, beschreibt Bulygina. Wie jedes ihrer Projekte, begann auch dieses mit einem Briefing, also einem kurzen Treffen, in dem die KundInnen ihre Wohnwünsche mitteilen und man gemeinsam ein Thema findet, zum Beispiel: antik, maritim, glamourös, vintage…

Arbeitszimmer: Schreibtisch und Sessel von Besana, Bücherregal von Presotto, Tischlampe Buquet von Tecnolumen.

Nach der Absprache erarbeitet die Designerin ein Konzept. In diesem Fall war es nicht schwierig für sie, den Stil der KundInnen zu treffen, da sie sich schon durch ein vorheriges Projekt kannten. Elena Bulygina hatte eine Wohnung für sie eingerichtet: „Wir kennen unsere Geschmäcker und waren uns bei den meisten Sachen einig.“ Nach dem Hauptkonzept suchten sie zusammen Möbel, Gardinen und Accessoires aus. Bei diesem Projekt hat Bulygina am meisten mit der italienischen Designermarke Fendi Casa gearbeitet, außerdem mit ungewöhnlichen Lampen wie der etwa dreieinhalb Meter langen Leuchte Mizu von Terzani im Treppenhaus:

TERZANI MIZU PENDELLEUCHTE

Der Stil der meisten Räume wirkt zeitlos. Das Zimmer der Tochter hingegen wurde modern eingerichtet:

Spiegel: Rugiano. Pouf und Schreibtisch von Meridiani. Tischlampe von Cravt Original.

Weil dies am besten zum Geschmack der KundInnen passte, arbeitete Elena vor allem mit italienischen Luxusmarken, aber auch mit englischen Lampen von Porta Romana.

Wohnzimmer: Sofas, Couchtische, Teppich, Deckenleuchte von Fendi, Bild von Smania, Tischlampe von Porta Romana, Bücherregal von Heritage.

Elena Bulygina kennt sich mit italienischem Design bestens aus. Sie hat an der Florence Design Academy studiert, was ihren persönlichen Stil beeinflusst hat. Sie arbeitet sehr gerne mit Designermarken von Fendi Casa, außerdem gefallen ihr amerikanische Designs. Ihr eigener Designstil lässt sich am besten mit transitional beschreiben, also zwischen traditionell und modern. „Aber natürlich ist es wichtig, vorab mit den Kunden zu sprechen“, betont die Designerin. „Vor allem, wenn man nur den Grundriss bekommt.“ Vorschläge und Änderungen gehören zum Prozess.

Obwohl sie zuerst eigentlich Musik studiert hat, war Design immer ihre Leidenschaft. Vor gut fünf Jahren kam Bulygina dann als Praktikantin zu Emporium Mobili. Nachdem sie das Unternehmen kennengelernt hatte, schloss sie ihr Diplomstudium in Florenz ab und zog als ausgebildete Designerin zurück nach Berlin, um bei Emporium Mobili zu arbeiten. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Team, also unseren Mädels und dem Chef“, sagt sie. „Alle meine Kolleginnen haben verschiedene Stilrichtungen. Und ich denke, meinen Stil kann man auch erkennen.“ Zum Beispiel an den Farbkonzepten und der Gemütlichkeit, die für Elena eine große Rolle spielt. Sie hat viele StammkundInnen, die auf Empfehlung zu ihr gekommen sind und sie wiederum weiterempfehlen. Oft heißt es dann: „Uns gefällt dein Stil und wir möchten, dass du auch unser Haus einrichtest.“ Bulygina setzt moderne Akzente, möchte aber, dass das Design zeitlos ist. „Zeitlos und klassisch ist nicht dasselbe“, stellt sie klar.

Esstisch und Stühle von Fendi Casa. Deckenleuchte von Flos. Gardine von Zinc.

Ihr nächstes Projekt ist eine ganz neue Herausforderung: Eine Wohnung in Berlin-Charlottenburg – mitten im Großstadtdschungel – die wie eine Villa im Wald wirken soll. „Das ist ein bisschen schwer zu realisieren“, räumt die Designerin ein. „Aber es gibt sicher einen Weg und den werden wir finden.“